Peter Prange, Anke Bächtiger, Stephan Kurz und die Ehrenvorsitzende der Reutlinger Leselern-Paten Gudula Afanasjew.
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Auftakt nach Maß

Mit einem Festakt im Spitalhofsaal feierten die Reutlinger Leselern-Paten auch die Zusammenarbeitmit dem Bundesverband »Mentor« REUTLINGEN. Auf diesen Moment haben sie monatelang hingearbeitet. Entsprechend groß war die Freude, als am Donnerstagabend im Spitalhofsaal die Leselern-Paten ihre Vereinsgründung gebührend feiern konnten. Was vor sechs Jahren in der Eduard-Spranger-Schule und mit drei Ehrenamtlichen begonnen hatte, steht jetzt unter dem Dach von »Mentor«, einem Bundesverband mit 62 Vereinen und 11 000 Mitgliedern. Bis dato waren die Leselern-Paten angesiedelt bei der städtischen Stabsstelle Bürgerengagement. Ziel der Leselern-Paten ist es, die Lesekompetenz von Grundschulkindern zu stärken. Einmal in der Woche gibt es nach Absprachemit den Lehrern ein einstündiges Treffen in der Schule. Der Nachwuchs wird mit Sprach- und Wortspielen oder Bilderrätseln an die Welt der Bücher herangeführt. Aber nicht nur Freude an Büchern soll vermittelt werden. Durch Lesen erweitert sich der Wortschatz, das Selbstbewusstsein wird gestärkt, die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe steigt.

Dass sich die Reutlinger Leselern-Paten und »Mentor« zusammengeschlossen haben, nannte Anke Bächtiger von der Stabsstelle Bürgerengagement eine »Entlastung einzelner und geteilte Verantwortung bei deckungsgleicher pädagogischer Zielsetzung«. Zentral sei dabei das Eins-zu-eins-Prinzip: ein Pate, ein Schüler, eine Stunde pro Woche, ein Schuljahr lang – und zwar ohne Leistungsdruck und in angenehmer Atmosphäre.

Stephan Kurz, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, wertete den Abend als »Auftakt nach Maß«. Die Projekte und Aufgaben, die in den nächsten Wochen zu bewältigen seien, basierten dabei auf »einstimmigen Entscheidungen «. Die eigentliche Kernaufgabe sei es allerdings, weitere Lesepaten zu gewinnen.

Huguette Morin-Hauser vom Mentor-Bundesvorstand begrüßte die Entscheidung der Reutlinger Leselern-Paten, sich »Mentor« anzuschließen. »Es gibt noch sehr viel für uns zu tun in Baden-Württemberg.«

Festredner Dr. Peter Prange hatte seinen Vortrag überschrieben mit »Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!« Der Autor des Buches »Unsere wunderbaren Jahre« konstatierte, dass die Deutschen zwar Bücherlesen für wichtig halten. »Aber sie tun es nicht. Jeder vierte Deutsche liest keine Bücher.« Nicht von ungefähr bezeichnete Peter Prange »Mentor« als »Segen für die Menschheit.« (GEA)