Liniendiagramm: Lesekompetenz der 15-Jährigen in Deutschland bei allen PISA-Erhebungen seit 2000. Anstieg von 484 Punkten im Jahr 2000 auf 509 Punkte im Jahr 2015, danach Rückgang auf 465 Punkte im Jahr 2025.

PISA 2025: Sorgenkind Lesen

Am 8. September 2026 hat die OECD die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 vorgelegt. Getestet wurden im Frühjahr 2025 rund 760.000 15-Jährige in 91 Staaten, davon 6.659 in Deutschland. Der Schwerpunkt lag auf den Naturwissenschaften – die Schlagzeile macht aber das Lesen.

Zwanzig Jahre Fortschritt sind aufgebraucht

Im OECD-Mittel sind die Leseleistungen zwischen 2015 und 2025 um 28 Punkte gesunken – mehr als ein Schuljahr. In Deutschland fiel der Wert von 509 Punkten im Jahr 2015 auf 465 Punkte und liegt damit unter dem Startwert der allerersten PISA-Studie von 2000. 21 Prozent der Jugendlichen gelten als leistungsschwach. OECD-weit verfehlen inzwischen 20 Prozent die Mindestanforderungen in allen drei Bereichen gleichzeitig; 2022 waren es 16 Prozent. Wo das Lesen nicht sicher gelingt, geraten Mathematik und Naturwissenschaften mit ins Rutschen.

Woran es hakt: lange Texte

Aufschlussreich ist, welche Aufgaben schwerfielen. Eine einzelne Information in einem Text zu finden, war kaum ein Problem. Schwierig wurde es, sobald längere Texte sorgfältig gelesen und mehrere Quellen miteinander in Beziehung gesetzt werden mussten. Der Anteil der „flüchtig Lesenden“, die schnell und dabei falsch antworten, hat sich zwischen 2018 und 2025 nahezu verdoppelt. Als Gründe nennt der Bericht veränderte Freizeitgewohnheiten und die Bedingungen im Unterricht. Die Pandemie spielt eine Rolle, ist aber nicht die entscheidende: Die Leseleistungen gingen schon vorher zurück.

Was das für unsere Arbeit bedeutet

Der Befund beschreibt genau das, woran wir in unseren Patenstunden in den Klassen 3 und 4 ansetzen: nicht das schnelle Auffinden einzelner Informationen, sondern die Ausdauer, sich auf einen längeren Text einzulassen. Das lässt sich schwer im Klassenverband und schwer nebenbei einüben. Es braucht Zeit, Ruhe und jemanden, der zuhört.

PISA misst 15-Jährige und damit das Ergebnis vieler Jahre – die Weichen dafür werden deutlich früher gestellt. Wenn Sie sich vorstellen können, ein Kind auf diesem Weg zu begleiten: Wir suchen laufend Menschen, die Zeit und Geduld mitbringen. Sprechen Sie uns gerne an.