Rückgang junger Buchkäufer

Rückgang junger Buchkäufer

Der Buchhandel in Deutschland steht vor einer alarmierenden Entwicklung: Wie aus einem Bericht des NDR hervorgeht, ist der Verkauf von Büchern in der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen innerhalb nur eines einzigen Jahres drastisch eingebrochen. Bundesweit verzeichnet die Branche in diesem Segment ein Minus von 30,6 Prozent. Dieser drastische Rückgang trifft den stationären Buchhandel hart und führt vereinzelt bereits zu Schließungen spezialisierter Kinder- und Jugendbuchhandlungen, wie das Beispiel eines Traditionsgeschäfts in Hannover zeigt. Während die Pandemie-Jahre dem Buchmarkt vorübergehend einen Aufschwung beschert hatten, erweist sich dieser Effekt nun als Strohfeuer.

Als Hauptursachen für diese Entwicklung macht die Branche vor allem eine sinkende Lesekompetenz sowie eine schwindende Leselust bei Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Diese Diagnose deckt sich mit den Ergebnissen internationaler Bildungsstudien wie PISA oder IGLU, die seit Jahren auf Defizite beim Textverständnis hinweisen. Wenn das Lesen von Kindern als zunehmend mühsam empfunden wird, sinkt folglich auch die Motivation, Bücher zu kaufen oder sich anzueignen.

Vertreter der Buchbranche zeigen sich zutiefst besorgt über diese Dynamik. Peter Koch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels warnt eindringlich davor, die Zahlen auf die leichte Schulter zu nehmen, da der Verlust des Zugangs zum Buch für eine ganze Generation drohe. Um diesem Trend entgegenzuwirken, fordert der Börsenverein eine verlässlich finanzierte, langfristig angelegte Leseförderungsstrategie. Kurze Projektförderungen reichten nicht mehr aus; gefordert sei vielmehr ein nachhaltiges Engagement in Kitas, Schulen und Bibliotheken, um Lesekompetenz als fundamentale Kulturtechnik wieder dauerhaft zu stärken.

Recherche von Klaus Bendziula, Koordinator Aichtal